Anpassung von Sklerallinsen bei Keratokonus – Algorithmen für die klinische Praxis
Zweck. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung eines strukturierten, evidenzbasierten klinischen Algorithmus zur Anpassung skleraler Kontaktlinsen bei fortgeschrittenem Keratokonus, der das Management der Krankheitsprogression, die Optimierung der optischen Korrektur sowie die Berücksichtigung skleraler Asymmetrien integriert.
Material und Methoden. Diese Übersichtsarbeit fasst die aktuelle Evidenz zu den dynamischen Eigenschaften von Sklerallinsen, zur Progression des Keratokonus, zum Management von Linsen mit hohen Brechwerten sowie zur korneoskleralen Topographie zusammen. Der vorgestellte Algorithmus basiert auf drei zentralen Prinzipien: (1) einer Sicherheitsreserve von 100 µm zur Berücksichtigung einer möglichen Progression des Keratokonus, (2) der gezielten Ermittlung des Radius der Basiskurve (BOZR) und dem Durchmesser der hinteren optischen Zone (BOZD) zur Optimierung der optischen Qualität sowie (3) dem Management skleraler Asymmetrien mithilfe moderner bildgebender Verfahren. Diese Konzepte werden in spezifische Anpassungspfade für zentrierte und dezentrierte Ektasien integriert.
Ergebnisse. Der Algorithmus umfasst einen schrittweisen Entscheidungsprozess mit Voruntersuchungen, einer Basisanpassung mit einer zentralen Clearance (Abstand der Rückfläche der Sklerallinse zur Hornhaut) von 200–300 µm (zuzüglich 100 µm bei progressiver Erkrankung) sowie einer Überrefraktion zur Steuerung von BOZR- und BOZD-Anpassungen bei Linsen mit einem hohen Brechwert. Es werden spezifische Anpassungsstrategien für zentral und dezentriert gelegene Ektasien vorgestellt. Bei zentralen Ektasien umfassen diese die Optimierung der peripheren Clearance, oblate Linsendesigns bei hoher Myopie mit reduziertem Durchmesser der hinteren optischen Zone (BOZD) sowie einem steileren Radius der Basiskurve (BOZR) bei gleichzeitiger Vergrößerung des BOZD bei hoher Hyperopie. Für dezentrierte Ektasien werden eine gezielte Dezentrierung der optischen Zone, quadrantenspezifische Anpassungen und individuell gestaltete Freiformlinsen empfohlen. Zur Bewältigung häufiger Komplikationen wird ein strukturiertes Troubleshooting-Protokoll vorgestellt. Ferner werden Piggyback-Systeme als temporäre therapeutische Reserveoption beschrieben.
Fazit. Die erfolgreiche Anpassung von Sklerallinsen bei fortgeschrittenem Keratokonus erfordert einen systematischen, parameterbasierten Ansatz, der die korneale und sklerale Topographie berücksichtigt, eine mögliche Krankheitsprogression einbezieht und refraktive Fehler durch gezielte Modifikationen von BOZR und BOZD korrigiert. Der vorgestellte Algorithmus bietet Anpasserinnen und Anpassern einen strukturierten Rahmen für reproduzierbare Anpassungsergebnisse und den langfristigen Erhalt der okulären Gesundheit.
Zweck. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung eines strukturierten, evidenzbasierten klinischen Algorithmus zur Anpassung skleraler Kontaktlinsen bei fortgeschrittenem Keratokonus, der das Management der Krankheitsprogression, die Optimierung der optischen Korrektur sowie die Berücksichtigung skleraler Asymmetrien integriert.
Material und Methoden. Diese Übersichtsarbeit fasst die aktuelle Evidenz zu den dynamischen Eigenschaften von Sklerallinsen, zur Progression des Keratokonus, zum Management von Linsen mit hohen Brechwerten sowie zur korneoskleralen Topographie zusammen. Der vorgestellte Algorithmus basiert auf drei zentralen Prinzipien: (1) einer Sicherheitsreserve von 100 µm zur Berücksichtigung einer möglichen Progression des Keratokonus, (2) der gezielten Ermittlung des Radius der Basiskurve (BOZR) und dem Durchmesser der hinteren optischen Zone (BOZD) zur Optimierung der optischen Qualität sowie (3) dem Management skleraler Asymmetrien mithilfe moderner bildgebender Verfahren. Diese Konzepte werden in spezifische Anpassungspfade für zentrierte und dezentrierte Ektasien integriert.
Ergebnisse. Der Algorithmus umfasst einen schrittweisen Entscheidungsprozess mit Voruntersuchungen, einer Basisanpassung mit einer zentralen Clearance (Abstand der Rückfläche der Sklerallinse zur Hornhaut) von 200–300 µm (zuzüglich 100 µm bei progressiver Erkrankung) sowie einer Überrefraktion zur Steuerung von BOZR- und BOZD-Anpassungen bei Linsen mit einem hohen Brechwert. Es werden spezifische Anpassungsstrategien für zentral und dezentriert gelegene Ektasien vorgestellt. Bei zentralen Ektasien umfassen diese die Optimierung der peripheren Clearance, oblate Linsendesigns bei hoher Myopie mit reduziertem Durchmesser der hinteren optischen Zone (BOZD) sowie einem steileren Radius der Basiskurve (BOZR) bei gleichzeitiger Vergrößerung des BOZD bei hoher Hyperopie. Für dezentrierte Ektasien werden eine gezielte Dezentrierung der optischen Zone, quadrantenspezifische Anpassungen und individuell gestaltete Freiformlinsen empfohlen. Zur Bewältigung häufiger Komplikationen wird ein strukturiertes Troubleshooting-Protokoll vorgestellt. Ferner werden Piggyback-Systeme als temporäre therapeutische Reserveoption beschrieben.
Fazit. Die erfolgreiche Anpassung von Sklerallinsen bei fortgeschrittenem Keratokonus erfordert einen systematischen, parameterbasierten Ansatz, der die korneale und sklerale Topographie berücksichtigt, eine mögliche Krankheitsprogression einbezieht und refraktive Fehler durch gezielte Modifikationen von BOZR und BOZD korrigiert. Der vorgestellte Algorithmus bietet Anpasserinnen und Anpassern einen strukturierten Rahmen für reproduzierbare Anpassungsergebnisse und den langfristigen Erhalt der okulären Gesundheit.
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