Einfluss der Kontaktlinsen-Nachbearbeitung auf Sehen und Tragekomfort
Zweck. Untersuchung des Einflusses manueller Nachbearbeitung formstabiler cornealer Kontaktlinsen (KL) auf den Tragekomfort, die subjektive Sehqualität und objektive Sehparameter sowie Bestimmung des Anteils neuer Kontaktlinsenanpassungen, die eine manuelle Nachbearbeitung erfordern.
Material und Methoden. In dieser prospektiven, interventionellen Vorher-Nachher-Beobachtungsstudie ohne Kontrollgruppe wurden subjektive Bewertungen mithilfe zweier Fragebögen analysiert. Bei neuangepassten KL (n = 40) wurde der Tragekomfort der Probanden vor und nach einer manuellen Rückflächenbearbeitung erfragt. Bei bereits getragenen KL (n = 38) beurteilten Probanden ihren Tragekomfort und die subjektive Sehqualität vor und nach der Oberflächenpolitur. Eine dritte Befragung erfolgte nach mindestens einer Woche Tragezeit. Zusätzlich wurden Visus, Visus unter Blendung und die Kontrastempfindlichkeit vor und nach der Politur gemessen. Retrospektiv wurden zudem 101 Neuanpassungen des Vorjahres hinsichtlich des Bedarfs einer manuellen Nachbearbeitung ausgewertet.
Ergebnisse. Die statistischen Analysen zeigten signifikante Unterschiede des medianen Tragekomforts vor und nach manueller Rückflächennachbearbeitung bei neu angepassten formstabilen cornealen Kontaktlinsen (7 auf 9 Punkte; p = 1,71 × 10−7). Bei erfahrenen Kontaktlinsenträgern wurden ebenfalls signifikante Unterschiede für den medianen Tragekomfort (8 auf 10 Punkte; p = 4,51 × 10−5) sowie die subjektive Sehqualität (8 auf 10 Punkte; p = 3,08 × 10−16) beobachtet. Darüber hinaus zeigten Visus, Visus unter Blendung und Kontrastempfindlichkeit statistisch signifikante Unterschiede (jeweils p < 0,05), die auf günstige Veränderungen innerhalb der untersuchten Stichprobe hindeuten. Bei 61,4 % (62/101) der Neuanpassungen wurde eine manuelle Nachbearbeitung durchgeführt.
Fazit. Die manuelle Nachbearbeitung war in diesem Kollektiv mit einer Verbesserung subjektiver und teilweise objektiver Parameter assoziiert. Mehr als die Hälfte aller Neuanpassungen erforderte eine manuelle Nachbearbeitung.
Purpose. To evaluate the effects of manual post-processing of rigid gas-permeable (RGP) corneal contact lenses on subjective and objective outcomes and to determine the proportion of new lens fittings requiring manual modification.
Material and Methods. This prospective, interventional before-and-after observational study without a control group assessed subjective outcomes using two standardized questionnaires. Newly fitted contact lenses (n = 40) and established RGP lenses (n = 38) were evaluated before and after manual posterior surface modification or surface polishing, respectively, and again after at least one week of wear. High-contrast visual acuity, glare visual acuity, and contrast sensitivity were measured before and after polishing. Additionally, 101 consecutive new RGP lens fittings from the previous year were retrospectively analysed to determine the frequency of manual post-processing.
Results. Statistical analyses demonstrated significant differences in median wearer comfort before and after manual posterior surface modification in newly fitted RGP lenses, increasing from 7/10 to 9/10 (p = 1.71 × 10−7). In established wearers, significant differences were also observed for median wearer comfort (8/10 to 10/10; p = 4.51 × 10−5) and subjective visual performance (8/10 to 10/10; p = 3.08 × 10−16). Furthermore, statistically significant differences were found for high-contrast visual acuity, glare visual acuity, and contrast sensitivity (all p < 0.05), indicating favourable changes within the study population. Manual post-processing was performed in 61.4 % (62/101) of new lens fittings.
Conclusion. In this cohort, manual post-processing was associated with improvements in subjective outcomes and selected objective measures.
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