Kasuistik

Praxisfall: Erkrankungsrisiken richtig einschätzen

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Schlüsselwörter
Fallbeschreibung
Glaukom
Gesichtsfelder
Drusen
Kontrastsehen
Keywords
case report
glaucoma
visual fields
drusen
contrast sensitivity
Zusammenfassung

Zweck:

Es wird eine umfassende optometrische Untersuchung bei einem Patienten beschrieben. Die Auswahl der notwendigen Messungen erfolgt dabei anhand der Anamnese und den Ergebnissen einfacher Standard-Screeningteste.

Material und Methoden:

Es kamen folgende optometrische Messmethoden zum Einsatz: Visusmessung (bon Multivisus), Refraktionsbestimmung, Kontrastsehtest (Vistech-Tafel Typ A), Amsler-Test, Spaltlampenuntersuchung (Spaltlampe bon SL-85) mit Beurteilung des vorderen und hinteren Augenabschnitts (Volk 78D Linse), Easyscan (ein konfokales Laser-Scanning-Ophthalmoskop), Augeninnendruckmessung (Non-Contact Tonometer Reichert AT555) und Gesichtsfeldmessung (Zeiss Humphreys Perimeter).

Ergebnisse:

Der Visus, insbesondere im Nahbereich, konnte mit neuen Brillenglaswerten und -typ deutlich verbessert werden. Es stellten sich diverse Risikofaktoren für ein Glaukom heraus. Zudem waren die Erscheinung der Papille und die Gesichtsfelder auffällig und es ergaben sich Auffälligkeiten am Amsler-Gitter. Daher erfolgte ein Verweis an den Augenarzt.

Fazit:

Die Anamnese und einfache Screeningteste können bei jeder Refraktion Hinweise auf das Vorliegen von Auffälligkeiten am Auge liefern und Anlass zur Anwendung spezifischerer Tests geben. Im vorliegenden Fall hätte eine Augeninnendruckmessung ohne Anwendung weiterer Tests zu einem falschen Ergebnis bezüglich der Einschätzung des Glaukomrisikos geführt. Daher sollten Augeninnendruckmessungen allein ohne zusätzliche Tests nicht durchgeführt werden.

Abstract

Purpose:

A comprehensive optometric eye examination in a patient is described. Medical history and results of standard screenings tests lead to further selection of required measurements.

Material and Methods:

The following optometric measurement methods were used: measurement of visual acuity (bon Multivisus®), refraction, contrast sensitivity test (Vistech-chart Type A), Amsler grid, slit lamp examination (slit lamp bon SL-85) with evaluation of the anterior and posterior eye (Volk 78 D Lens), Easyscan (a confocal Laser-Scanning-Ophthalmoscope), measurement of intraocular pressure (Non-contact Tonometer Reichert AT555) and perimetry (Zeiss Humphreys Perimeter).

Results:

Visual acuity, especially at near vision, was significantly improved with a new prescription and lens type. Several risk factors for glaucoma were identified. The appearance of the optic nerve head, perimetry results and Amsler grid appearance were also suspicious. Therefore, the patient was referred to an ophthalmologist. 

Conclusions:

History and simple screening tests can give indications in every refraction to the presence of eye conditions and provide more information for more specific testing. In the present case, an intraocular pressure measurement without additional tests would have led to an incorrect result in the estimation of the risk of glaucoma. Therefore, intraocular pressure measurements should not be performed without additional tests.

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