Technischer Report

Prototyp eines Bildschirmfarbtests

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Autoren
1Institut für Optometrie FHNW - Olten, Schweiz
2Institut für Optometrie FHNW - Olten, Schweiz
Schlüsselwörter
Farben
Farbsehen
Farbsinnstörungen
Farbtest
Softwarealgorithmus
Keywords
Colors
colour vision
colour sense disorders
colour test
software algorithm
Zusammenfassung

Zweck:

Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Entwicklung eines neuen digitalen Farbsehtests.

Material und Methoden:

Basierend auf dem Prinzip der Metamerie wurde eine digitale Teststrategie für eine effiziente Messung des Farbsehens entwickelt. Es nahmen 25 Probanden an der Studie teil, von denen 21 ein normales Farbsehen und vier eine angeborene Farbsinnstörung aufwiesen. Die Unterschiede im Farbsehen wurden durch monokulare Präsentation von Halbquadranten unterschiedlicher Farbtöne und Sättigungsgrade untersucht, wobei der Algorithmus anhand der Antworten der Probanden die auftretenden Farbsinnstörungen errechnete. Es wurden folgende Werte für das Farbsehen aus den Daten zugeordnet: ein Bereich der neuen Farbskala von 2,76– 7,18 für normales Farbsehen und größer als 7,18 für Farbsinnstörungen. Eine zweite Farbskala bewertete die Art der Farbsinnstörung: im Bereich von 0–0,3 lagen Werte für eine Deuteranomalie, im Bereich von 0,6– 1,0 Werte für eine Protanomalie und ein Wert von ­1,0 entsprach einer Tritanomalie.

Ergebnisse:

Der Unterschied im Farbsehen zwischen Personen mit normalem Farbsehen und solchen mit einer Farbsinnstörung wurde bestätigt (p<0,001), indem die Art und das Ausmaß der Farbsinnstörung bestimmt wurde. In der Gruppe der Personen mit normaler Farbwahrnehmung wurde ein Mittelwert der Farbskala von 3,41±0,52 ermittelt. Das Ausmaß der Farbsinnstörung für die Personen mit Farbsehschwäche 
betrug entsprechend der Farbskala Werte von 7,18–14,33, was auf eine größere Variabilität hinweist.

Fazit:

Der entwickelte Algorithmus lieferte aussagekräftige Ergebnisse bezüglich der Farbwahrnehmung der Probanden. Es konnte eine Differenzierung zwischen normalem Farbsehen und Farbsinnstörung gezeigt werden. Darüber hinaus konnte die Wahrnehmungsvariation zwischen Probanden mit normalem Farbsehvermögen bewertet werden. 

Abstract

Purpose:

The purpose of this study is to develop a new digital colour vision test.

Material and Methods:

Based on the principle of metamerism, a digital testing strategy was developed for efficient measurement of colour vision. Twentyfive subjects participated in the study, 21 of whom had normal colour vision and four of whom had a congenital colour vision disorder. Differences in colour vision were examined by monocular presentation of halfquadrants of different hues and degrees of saturation, and the algorithm calculated the colour vision defects that occurred based on the subjects’ responses. The following colour vision values were assigned from the data: a colour scale range of 2.76 – 7.18 for normal colour vision and greater than 7.18 for colour sense disorders. A second new colour scale assessed the type of colour vision disturbance: in the range of 0 – 0.3 were values for a deuteranomaly, in the range of 0.6 – 1.0 were values for a protanomaly, and a value of 1.0 corresponded to a tritanomaly.

Results:

The difference in colour vision between subjects with normal colour vision and those with a colour vision defect was confirmed (p < 0.001) by measuring the type and the exten of the colour vision disorder was determined. In the group of subjects with normal colour perception, a mean colour scale value of 3.41 ± 0.52 was determined. The extent of colour sense disturbance for the subjects with colour vision impairment was values of 7.18 – 14.33 according to the colour scale, indicating greater variability.

Conclusion:

The developed algorithm provided meaningful results regarding the colour perception of the test persons. It was possible to differentiate between normal colour vision and colour vision disorder could be shown. Furthermore, the variation between subjects with normal colour vision could be evaluated.

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