Editorial: Ein Jahr Optometry & Contact Lenses (OCL)

Artikel teilen
Autor
1*Pennsylvania College of Optometry at Salus University, Augen- und Sehzentrum Optometrie Cagnolati GmbH

Am 1. Juli 2021 erschien die erste Optometry & Contact Lenses (OCL). Nach langer und intensiver Vorarbeit wurde das Projekt einer deutschsprachigen Peer-Review-Fachzeitschrift für den Bereich der Optometrie und Ophthalmologie Realität. Optometry & Contact Lenses (OCL), welche auch das neue Mitteilungsorgan der Vereinigung Deutscher Contactlinsen-Spezialisten und Optometristen (VDCO) ist, erscheint als Printausgabe in deutscher Sprache. Ausgewählte Publikationen  finden sich neben allen Abstracts als Open- Access-Beiträge auf der englischen OCL-Website. Hiermit positioniert sich Optometry & Contact Lenses (OCL) als internationales Peer-Review-Journal für den Komplex Eye und Vision Care. Die schnelle Beliebtheit der OCL zeigt sich nicht nur an der kontinuierlich steigenden Abonnentenzahl, sondern auch an der Menge der eingereichten Manuskripte. 65 wissenschaftliche und klinische Arbeiten wurden bis heute zur Publikation eingereicht. Hiervon durchliefen aktuell 48 Fachbeiträge erfolgreich den Peer-Review-Prozess.

Die vorliegende Juli/August OCL widmet sich der Thematik „Orthokeratologie“. George Jessen, der zu den Gründungsmitgliedern der 1962 gegründeten „Society of Orthokeratology“ zählt, beschrieb erstmalig 1962 mit seinem Paper „Orthofocus Techniques“ eine Methode zur Reduzierung der Myopie. Die Arbeit wurde in der ersten internationalen Kontaktlinsenzeitschrift „Contacto“, welche von der US-amerikanischen National Eye Research Foundation herausgegeben wurde, publiziert.1 Die erste Orthokeratologie-Studie erschien dann drei Jahre später im Southern Journal of Optometry.2 Autor war der amerikanische Optometrist Sanford L. Ziff.

60 Jahre sind nun nach der ersten Publikation vom George Jessen vergangen, und alleine die enorme Anzahl von 743 PubMed-Resultate nach Eingabe des Suchbegriffs „Orthokeratology“ am 1. Mai 2022 zeigt das enorme Interesse an dieser kontaktoptischen Versorgungsform. Diesem versucht auch die vorliegende Optometry & Contact Lenses mit drei themenspezifischen Publikationen und einem Interview gerecht zu werden. Die moderne Orthokeratologie hat sich in den letzten Jahrzehnten durch neue Linsengeometrien und Materialien weiterentwickelt. Aber auch das Wissen bezüglich der Topographie der Hornhaut ist dank neuer Messverfahren und Geräte komplexer geworden. 60 Jahre nach der Publikation „Orthofocus Techniques“ im Jahr 1962 hat sich die Orthokeratologie damit als sichere kontaktoptische Option weltweit etabliert.

Jede Wissenschaft lebt von Innovationen und einem regen fachlichen Austausch. Diesem Anspruch fühlt sich die nun ein Jahr alte OCL auch im Kontext der Orthokeratologie seit ihrer ersten Ausgabe verpflichtet.


 

Literaturverzeichnis

1 Jessen, G. (1962). Orthofocus Techniques. Contacto, 6, 200.
2 Ziff, S. L. (1965) Orthokeratology in relation to existing corneal curvatures. So. J. Opt., 7, 9-19, 30-35, 37.